Donnerstag, 20. April 2017

Buchtipp: Die praktische Knotenfibel

Burgess, J. Tom, Die praktische Knotenfibel, BLV Verlagsgesellschaft München Wien Zürich, 4. Aufl. 1988, 127 S., Amazon-Link

Wer gerne in der freien Natur nicht nur spazieren geht oder kocht, sondern auch übernachten will, wird spätestens beim Aufbau eines Schwarzware-Zeltes, eines Biwaks oder ähnlichem froh sein, ein paar gute Knoten zu kennen. Auch im übrigen Alltag ist die Kenntnis einiger wichtiger Knoten immer wieder sehr hilfreich.
Die Knotenfibel von Joseph Tom Burgess ist schon 1884, zwei Jahre vor dem Tode des Autors, erschienen. Seither wurde das Werk ständig überarbeitet, modernisiert, mit den Angaben zum neueren, synthetischen Tauwerk upgedatet, und ist übersetzt erschienen. Hier (Link) habe ich übrigens ein Digitalisat der Ausgabe von 1884 gefunden. Für alle, die nicht immer das Ashley-Buch der Knoten mit sich rumtragen wollen, ist das Werk von Burgess eine super Sache, es ist dünn, handlich, und wirklich für die tägliche Praxis ausgelegt. Von Seemannsknoten bis zu den Anglerknoten, aber auch alle wichtigen Infos über die Aufbewahrung und Herstellung des Tauwerks sind hier in kompakter Form zu finden. Für Neulinge im Gebiet der Knotenkunde lohnt es sich, das Buch von vorne nach hinten durchzuarbeiten, da zuerst die wichtigen Infos und die einfacheren Knoten zu finden sind, welche häufig das Grundlagenwissen für spätere Knoten bilden, während es weiter hinten zu den seltener gebrauchten und komplexeren Formen geht. Auch Zierknoten sind einige zu finden. Alles mit vielen anschaulichen Bildern (Skizzen) umrahmt.
Was mir persönlich noch fehlt, ist ein besonderes Unterkapitel mit Knoten für Bergsteiger und Hobbykletterer. Solche müssen sich zusätzlich noch informieren – dies aber sowieso, weil da die Ausrüstung immer mal wieder modernisiert wird. Alles in allem ist das Buch aber eine lohnenswerte Anschaffung und passt in jeden Rucksack.


Sonntag, 2. April 2017

Pfad-finden – eine kurze Einführung

Liebe Leserinnen und Leser,

An dieser Stelle möchte ich ein wenig auf Sinn und Unsinn dieser Seite eingehen. Es ist nicht mein erster und nicht mein einziger „Blog“, wobei Blog bei mir eher eine eigene Bedeutung hat. Es handelt sich nicht um ein regelmäßig geführtes Tagebuch, sondern eher um eine Art öffentliche Ablage von Tipps und Tricks, Hinweisen, Spielvorschlägen und manchem mehr, wovon ich denke, dass es für Pfadfinder aller Art interessant sein könnte. Keiner muss hier mitlesen, jeder darf sich das suchen, was gefällt. Ich persönlich komme von den Royal Rangers (Christliche Pfadfinder), mag es aber, über den Tellerrand zu schauen und lerne gerne überall, von allem und jedem Neues dazu. Ich kann noch nicht sagen, wie häufig hier neue Beiträge erscheinen werden; vermutlich eher unregelmäßig, aber ich habe den Wunsch, ein paar Dinge, die ich schon gelernt, erprobt oder gelesen habe, für andere zugänglich zu machen.
Vielleicht gibt es auch noch jemand anderes, der gutes Material, Tipps, Vorschläge, Andachten, geschichtliche Hintergründe, Spielvorschläge, Vorstellung der Ausrüstung für Outdoor-Aktivitäten, etc. Gerne nehme ich Gastbeiträge auf, wobei ich mir vorbehalte, den Inhalt zu prüfen und in Absprache ggf. zu ändern. Kommentare sind natürlich auch willkommen. Das Design ist erst mal provisorisch. Wer auf Facebook ist, darf natürlich auch dort die entsprechende Facebookseite dazu „liken“, um über neue Einträge informiert zu werden.


Samstag, 1. April 2017

Buchtipp: Der Spurenführer

Bouchner, Miroslav, Der Spurenführer: Spuren und Fährten einheimischer Tiere, Gondrom Verlag GmbH, Bindlach, 1996, Amazon-Link

Wer gerne in der Natur unterwegs ist, wird immer wieder auf Spuren von Leben stoßen – nicht nur von menschlichem Leben, sondern auch von tierischem. Auf feuchtem oder weichem Boden bleiben Trittspuren erhalten. Reste von der Verpflegung oder von der Ausscheidung der Tiere bleiben liegen. Manchmal zeugen auch die Spuren an Bäumen von Leben, das vor einiger Zeit mit diesen in Kontakt gekommen sein muss. Doch woher wissen wir, wer da war?
Dr. Miroslav Bouchner hat ein ausgezeichnetes kleines Buch (nur 271 Seiten) mit allen notwendigen Infos zusammengestellt. Er beginnt damit, den Lebensraum der Tiere zu beschreiben und fährt mit den Nestern, Bauen, Höhlen und Wohnungen fort. Auch über die Duftmarkierung oder die Alters- und Geschlechtsbestimmung der Tiere wird der Leser umfassend informiert. Fast jede Seite ist mit zahlreichen Abbildungen illustriert, welche von Farbfotos bis hin zu Querschnittszeichnungen reichen. Schon allein von der Ästhetik betrachtet ist dem Autor ein Meisterwerk gelungen.
Zwei kleinere Details sind zu bemängeln: Die Schrift ist etwas sehr klein gehalten. Für mich kein Problem, aber vermutlich werden manche Leser ein Vergrößerungsglas zum Lesen benötigen. Und die Reihenfolge ist etwas gewöhnungsbedürftig. Die verschiedenen Tiere werden immer wieder unter den Überbegriffen aufgezählt und abgebildet, aber die Reihenfolge der Überbegriffe ist nicht nach einem fixen Schema gegliedert, sodass man zu Beginn immer wieder suchen muss, bis man sich an den Aufbau gewöhnt hat. Alles in allem aber ein sehr wertvoller Begleiter auf allen Touren in der Natur.
Ich möchte mit einem Zitat aus der Einleitung schließen: „In unserer heutigen übertechnisierten Zeit ergreifen immer mehr Menschen im wahrsten Sinne des Wortes die Flucht aus den überfüllten Städten voller Lärm, Staub und Abgasen, um die nötige Erholung in der Natur zu suchen. Vielleicht bewirkt gerade die Übertechnisierung, dass Menschen der Natur mehr Interesse widmen, mehr Freude an der lebenden Kreatur finden und mehr als bisher über die Natur wissen wollen. Wenn man weiß, wie man der Natur so viel wie möglich von ihren Geheimnissen entlocken kann, wird jeder Spaziergang zu einem spannenden Abenteuer.“ (S. 8)

Fazit: Ein Buch, das nicht nur jede Pfadfindergruppe, sondern auch jede Familie im Besitz haben und regelmäßig benutzen sollte, um der Natur und besonders ihren tierischen Bewohnern auf die Spur zu kommen.